ROTGLUT

Auf einen Blick

Der Auftrag
nach Ihren Wünschenschmeicheln ausdrücklich eingeschlossen
Weitwinkel
ja, aber mit Maßaus 15 Quadratmetern dürfen im Bild keine 30 werden
Umräumen
besser nichtkeine Suiten-Ausstattung im Standardzimmer
Aussicht
was ohne Verrenkung zu sehen istnicht der Blick um die Ecke
Die Entscheidung
liegt bei Ihnenich kenne Ihre spätere Verwendung nicht
Vorher klären
welches Zimmer welche Kategorieund was vom Fenster aus wirklich zu sehen ist

Darf ein Zimmerbild schmeicheln?

Ja. Sie haben ein Zimmer und wollen es verkaufen – dafür ist das Bild da. Wenn der Raum darauf etwas größer wirkt, etwas aufgeräumter, im besten Licht: genau dafür werde ich bezahlt.

Ein Zimmerbild ist kein Nachweis. Es ist eine Einladung. Die Wahrheit wird dabei gedehnt, und das ist in Ordnung.

Ich fotografiere, was Sie zeigen wollen, und setze Ihnen auf Wunsch auch den Uluru vor das Fenster. Was Sie mit den Bildern später vorhaben, weiß ich nicht – die Entscheidung darüber gehört Ihnen, nicht mir. Was hier steht, ist deshalb keine Bedingung, sondern das, was mir in vielen Häusern aufgefallen ist.

Wie weit geht das Weitwinkel?

Ohne Weitwinkel geht es nicht. Ein Hotelzimmer hat selten die Ecke, aus der man es mit normaler Brennweite ganz sieht – die Wand steht im Rücken, und mehr Abstand gibt es nicht.

Die Grenze ist trotzdem klar: Aus 15 Quadratmetern dürfen im Bild keine 30 werden. Das Objektiv soll den Raum lesbar machen, nicht strecken.

Wo hört das auf?

Dort, wo das Bild nicht mehr dieses Zimmer zeigt, sondern ein anderes. Nicht „schöner“, sondern „nicht dasselbe“ ist die Grenze.

Zwei Fälle kommen dabei immer wieder vor, und beide enden gleich: beim Einchecken.

Was das Bild verspricht, löst die Rezeption ein.

Die Ausstattung aus der Suite

Der Klassiker. Für die Aufnahme wird ins Standardzimmer geräumt, was eigentlich in der Premium-Suite steht – der bessere Sessel, die andere Leuchte, das größere Bett.

Das Bild wird dadurch besser und das Zimmer nicht. Wer es gebucht hat, steht vor einem Raum, den er so nicht bestellt hat. Das bringt Ärger mit den Gästen, und zwar zuverlässig.

Der Meerblick um die Ecke

Der zweite Fall. Ein Zimmer wird mit Meerblick beworben – und um das Meer zu sehen, muss man den Kopf aus dem Fenster halten und um die Ecke schauen.

Das ist grenzwertig, auch wenn das Bild technisch nichts erfindet. Was zählt, ist der Blick, den ein Gast hat, wenn er im Zimmer steht.

Wo der Ärger ankommt

Nicht ich. Ich bin an dem Tag längst weg, und die Bilder sehen gut aus – daran liegt es ja gerade.

Er landet an der Rezeption, Monate später, bei jemandem aus Ihrem Haus, der das Zimmer nicht fotografiert hat. Deshalb steht das hier: damit die Entscheidung bei Ihnen bleibt, aber nicht im Blindflug fällt.

Was wir vorher klären

Welches Zimmer zu welcher Kategorie gehört. Das sehe ich dem Raum nicht an. Soll die Suite gezeigt werden, fotografiere ich die Suite.

Und was vom Fenster aus zu sehen ist. Bei seitlichem Meerblick ist es gut, das vorher zu wissen – dann suche ich den Blickwinkel, der es am besten trifft.

Häufige Fragen

Antworten ohne Umweg

Darf das Zimmer auf dem Bild größer wirken?

Ja. Etwas größer, etwas aufgeräumter, im besten Licht – dafür ist das Bild da.

Wie stark verzerrt das Weitwinkel?

Es macht den Raum lesbar, nicht größer. Aus 15 Quadratmetern dürfen im Bild keine 30 werden.

Dürfen wir für die Aufnahme umräumen?

Innerhalb des Zimmers gern. Was nicht funktioniert: die Ausstattung der Suite ins Standardzimmer stellen. Der Gast bucht dann etwas, das er nicht bekommt.

Wir haben Meerblick, aber nur seitlich.

Sagen Sie mir das vorher, dann suche ich den Blickwinkel, der es am besten trifft. Wer den Kopf aus dem Fenster halten muss, um das Meer zu sehen, merkt es spätestens im Zimmer.

Wer bekommt Ärger, wenn ein Bild zu viel verspricht?

Ihre Rezeption, beim Einchecken. Nicht der Fotograf, und nicht das Buchungsportal.

Was sollten wir vorher sagen?

Welches Zimmer welche Kategorie ist, und was vom Fenster aus wirklich zu sehen ist. Beides sehe ich dem Raum nicht an.

Welche Zimmer sollen gezeigt werden?

Sagen Sie mir, welche Kategorien Ihr Haus hat – dann bekommt jede ihr eigenes Bild.